SANKTA MARIA VON BETHLEHEM KIRCHE JERÓNIMOS KLOSTER
ANREGUNG FÜR EIN BESUCH

Mitte des XV Jahrhundert hat Prinz D. Henrique, der Seefahrer, eine kleine Kapelle erweitern lassen, die in Restelo, neben dem Tejo Fluss gegründet worden war, zu Ehren Unserer Lieben Frau von Estrela (Stern), Beschützerin der Seefahrer.
Die neue Kirche wurde der Heiligen Maria von Betlehem gewidmet. Er hat die Kirche dem Christusorden übergeben und sie sollte weiterhin zum Schutz der Seefahrer dienen.1459 hat Papst Pio II der Kapelle den Status einer Pfarrkirche verliehen.
An diesem gleichen Ort hat König D.Manuel im Jahre 1496 ein prãchtiges Kloster bauen lassen mit Erlaubnis des Papstes. Diogo Boitaca (1450-1517) entwarf die ganze Architektur (Kirche, Kreuzgang, Schlafzellen, Werkstätte, Esssaal und Königspalast im portugiesischen spätgotischen Stil, der später "manuelinisch" genannt wurde.
In 1517 ubernahm João von Castilho die Hauptleitung vom Projekt und er änderte einige architechtonische Elemente. Nach dem Tod des K+onigs, hat sein Nachfolger, D. João III, Diogo von Torra Iva (1540-1551) für diese Aufgabe gerufen.
Es war der Wille von D. Manuel, dass die neue Kirche weiterhin den Seefahrern, die die Strãnde von Restelo besuchten, geistige Hilfe spenden sollte.
Es war auch sein Wille, dass er und seine Nachfolger in dieser Kirche begraben wurden.
Für diese fromme Aufgabe hat der König die Mônche vom HI Hieronymus vom Penhalonga Kloster, in der Nähe von Sintra gerufen. Sie blieben hier bis 1833, ein Jahr vor den Erlass der Aufhebungder religiösen Orden in Portugal.
Der Grundstein wurde am 6. Januar 1501 (oder 1502), Tag der Heiligen Drei Könige. Diese starke spirituelle Bedeutung istdargestellt in den Ornamenten des Kloster, die zu der Zeit aus diesem Ort "ein neues Betlehem, eine neue Krippe und ein neuer Startpunktfür das Christentum" machten.

1. WEST PORTAL

 

Weinachten und Erscheinung des Herrn "Der eingeborene Sohn des Vaters, der im Schoß der Jungfrau Maria als Mensch empfangen wird, ist "Christus", das heißt "gesalbt" durch den Heiligen Geist, von Beginn seines menschlichen Daseins an, auch wenn das nur schrittweise kundgetan wird: zuerst den Hirten, dann den Sterndeutern, Johannes dem Täufer und den Jüngern." (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 486).

Historischer Bezug Über dem Portal setzte der Bildhauer Nicolau von Chantarenne drei Szenen aus dem Leben der Jungfrau Maria, Beschützerin des Klosters: die Verkündigung, die Geburtvon Jesus und dieAnbetung der Drei Heiligen Kônige. Links vom Eingang betet König Manuel unter dem Schutz vom HI. Hieronymus. Rechts, die Königin D. Maria, geschütztdurch Johannes den Täufer Am Eingang, halten zwei Engeln das königliche Wappen. Mehrere Skulpturen von Heiligen, Aposteln, Engeln und verschiedenen Symbole in den Nischen vollenden die Gestaltung,.

2. BATISTERIUM

 

Die Taufe: "Die Heilige Taufe ist die Grundlage des ganzen christlichen Lebens, das Eingangstor zum Leben im Geiste (…) und zu den anderen Sakramenten. (..) Seit Anfang der Welt ist das Wasser, dieses einfache, aber wunderbare Geschöpf, die Quelle des Lebens und der Fruchtbarkeit. Nach der Heilige Schrift wird es durch den Geist Gottes gleichsam befruchtet." (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 1213 und 1218).

Historischer Bezug Der Eingang der Kirche öffnet den Zugang zu einem Bereich, der vom Hoch-Chor überdeckt wird. Auf der rechten Seite befindet sich die Kapelle des Hl. Leonard, die heute als Taufkapelle fungiert und deshalb mit einem Taufbecken ausgestattet ist (ein Werk des 19. Jh.). Das Licht fällt durch ein großflächiges Fenster in der Südwand. Diese Kapelle birgt eine Reihe von Reliquienbehältern und eine Statue des Hl. Antonius.

3. KAPELLE DES "SENHOR DOS PASSOS" (HERR DER SCHRITTE)

 

Die Passion  " "Die Liebe bis zur Vollendung" gibt dem Opfer Christi seinen Wert und bewirkt, dass es erlöst und wiedergutmacht, sühnt und Genugtuung leistet. Jesus hat bei der Hingabe seines Lebens um uns alle gewusst und alle geliebt." (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 616).
Historischer Bezug  Gegenüber der Taufkapelle hat die Kapelle der Bruderschaft "vom Kreuzweg und dem Kreuz des Herrn" ihren Platz. Sie ist mit vergoldetem Schnitzwerk verkleidet (Arbeit aus dem Jahre 1669), in das Bilder der Passion Christi aus dem 16. Jahrhunderts eingefügt sind.

4. GRABMÄLER

   

Tod und Auferstehung  "Christus, "der erstgeborene der Toten" ist der Urheber unserer eigenen Auferstehung, jetzt schon durch die Rechtfertigung unserer Seele und dereinst dadurch, dass er unseren Leib lebendig macht." (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 658).

Historischer Bezug  Unter dem Hoch-Chor haben die Grabmäler von zwei der größten Persönlichkeiten der portugiesischen Geschichte ihren Platz; zur Linken Vasco da Gama und Luís Camões zur Rechten. Die Sarkophage wurden vom Bildhauer Costa Mota (Onkel) 1894 im neu-manuelinischem Stil gestaltet.

5. SÜD PORTAL

 

Die Heiligen  "Ein besonderer Grund für die menschliche Würde liegt in der Berufung des Menschen zur Gemeinschaft mit Gott. Zum Dialog mit Gott wird der Mensch von seinem Ursprung her eingeladen: er existiert nämlich nur, weil er, von Gott aus Liebe geschaffen, immer aus Liebe erhalten wird. (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 27).
Historischer Bezug  Nach Süden öffnet sich das prächtige Portal, dessen endgültiger Entwurf von João de Castilho (1515) stammt und in portugiesisch-spätgotischem Stil gestaltet ist. Auch hier, im Zentrum des Portals, wird die aufsteigende Komposition durch die Statue unserer lieben Frau mit Kind und den drei Königen dominiert. Die Jungfrau Maria nimmt die Huldigung von Propheten, Aposteln, Kirchenlehrer und Kirchenvätern entgegen, die der Erzengel Michael von oben her beschützt. Durch einen Pfeiler, der als Träger für die Statue des Infanten D. Henrique dient, wird der Eingang in zwei Hälften geteilt, in denen sich zwei Türen befinden. Das Giebelfeld darüber ist mit Halbreliefs geziert und mit den königlichen Waffen, die von Armillarsphären flankiert werden. Zwei mächtige Fenster und weitere kleinere Fenster durchbrechen die Südwand an den Seiten des Portals; die bunten Glasscheiben (neueren Datums: 19.-20. Jh.) filtern das Licht, das ins Innere der Kirche dringt.

6. BEICHTZELLEN

 

Das Sakrament der Versöhnung  "Christus hat gewollt, dass seine Kirche als ganze in ihrem Gebet, ihrem Leben und Handeln Zeichen und Werkzeug der Vergebung sei, die er uns um den Preis seines Blutes erworben hat. Er hat jedoch die Ausübung der Absolutionsgewalt dem apostolischen Amt anvertraut." (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 616).
Historischer Bezug I Auf der gegenüberliegenden fast fensterlosen Nordseite fallen zwölf Türen ins Auge, die von Giebeln überragt werden, die mit spitzenähnlichen Verzierungen umrandet sind. Diese Türen ermöglichen den Zugang zu den Beichtzellen; ebenso viele Türen befinden sich auf der Seite des Klosters. Von dort betraten die Mönche die Beichtzellen, um bußfertigen Gläubigen die Beichte anzunehmen. Man nimmt an, dass in den jetzt leeren Nischen oberhalb der Türen die Figuren der zwölf Apostel standen.

7. SÜDKAPELLE DES QUERSCHIFFS

 

Eucharistie "Die eucharistische Gegenwart Christi beginnt im Zeitpunkt der Konsekration und dauert so lange, wie die eucharistischen Gestalten bestehen. In jeder der Gestalten und in jedem ihrer Teile ist der ganze Christus enthalten, so dass das Brechen des Brotes Christus nicht teilt." (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 1377). Historischer Bezug In der Kapelle der Südseite des Querschiffs befindet sich der Tabernakel, in dem an bestimmten Tagen, vor allem am Gründonnerstag, am Ende der Abendmahlmesse, das Allerheiligste aufbewahrt wird. Mit dem Bau dieser Kapelle wurde ungefähr 1587 begonnen; es gehörte zur königlichen Begräbnisstätte und war reserviert für die Söhne des Königs Dom Denis und seinen Enkel, Dom Sebastião, den siebten König der Dynastie Avis, der in der Schlacht von Alcaçar-Quibir, am 4. August 1578, gefallen ist.

8. DAS QUERSCHIFF

 

Der Ablauf der Feier: "Alle kommen zusammen. Die Christen kommen zur eucharistischen Versammlung an einem Ort zusammen. An ihrer Spitze steht Christus selbst; er ist der Haupthandelnde der Eucharistie. Er ist der Hohepriester des Neuen Bundes. Unsichtbar steht er selbst jeder Eucharistiefeier vor. Ihn repräsentierend steht der Bischof oder der Priester (die "in der Person Christi, des Hauptes" handeln) der Versammlung vor, ergreift nach den Lesungen das Wort, nimmt die Opfergaben entgegen und spricht das Hochgebet." (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 1348).
Historischer Bezug  Die weit ausladende Vierung, die von einem Gewölbe gleicher Höhe überdeckt wird, ist von spitzbogigen Rippen durchzogen, deren Schlusssteine mit Kränzen aus Bronze verziert sind.
Verschiedene Altäre, die mit vergoldetem Schnitzwerk verkleidet sind, bieten sich in diesem Bereich dem Auge des Betrachters an, wobei der Altar, der dem Heiligen Hieronymus geweiht ist, besonders auffällt. Seine Statue, die aus farblich durchmischter Terrakotta angefertigt ist, wurde dem Gründer, König Manuel, vom Papst zum Geschenk gemacht. Auf der anderen Seite der Vierung steht der Altar, der der Heiligen Paula geweiht ist.
Die Hl. Paula, geboren im Jahre 347, wurde mit dem römischen Konsul Toxocio verheiratet und hatte fünf Kinder, unter ihnen die Heilige Eustochia und die heilige Blesila. Als sie mit 35 Jahren verwitwete, setzte sie all ihre irdischen Güter und all ihre Kräfte in einem geistlichen Leben und im Dienst an den Armen ein. Sie war Schülerin des Heiligen Hieronymus und fuhr, auf seinen Rat hin, im Jahre 385 als Pilgerin ins Heilige Land, wo sie sich in Bethlehem im Jahre 386 niederließ. Dort gründete sie verschiedene klösterliche Gemeinschaften und dort starb sie auch am 26. Januar 404.

9. DAS HAUPTCHOR

 

Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Passion, Eucharistie  Die Epiphanie [Erscheinung des Herrn] ist die Offenbarung Jesu als Messias Israels, als Sohn Gottes und Erlöser der Welt bei seiner Taufe im Jordan, bei der Hochzeit von Kana und bei der Anbetung Jesu durch die "Sterndeuter aus dem Osten" (Mt 2, 1) In diesen "Weisen", den Vertretern der heidnischen Religionen der Umwelt, sieht das Evangelium die Erstlinge der Nationen, welche die frohe Botschaft vom Heilsereignis der Menschwerdung empfangen. (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 528).
Historischer Bezug  Der ursprüngliche Chorraum aus der Zeit des Dom Manuel sollte als königliche Begräbnisstätte dienen. Später nahm Königin Dona Catarina, Regentin des Reiches zwischen 1557 und 1562, tief greifende Änderungen vor. So weist das Chor, das Jerónimo de Ruão neu entwarf, einen neuen Stil auf, der von der klassischen Architektur der Epoche inspiriert ist. In die Seitenwänden, zwischen zwei Arten von Säulen - unten jonische und darüber korinthische - wurden die Gräber des Gründers, König D. Manuel, und seines Sohnes und Nachfolgers, D. João III., und den jeweiligen Gattinnen, Königin Dona Maria, die zweite Gemahlin von D. Manuel und Königin Dona Catarina, eingefügt. Das Bild des Hochaltars integriert sich in architektonische Gesamtkonzeption und besteht aus manieristischen Gemälden, die Lourenço de Salzedo (1535 - 78) zwischen 1570 und 1572 angefertigt hat. Sie zeigen Szenen aus der Passion Christi und der Anbetung der Drei Könige. Im Zentrum des Altares wurde nachträglich ein barockes Tabernakel eingefügt, das mit getriebenem Silber verkleidet ist, und von João de Sousa zwischen 1674 und 1678 geschaffen wurde. Um dieses Tabernakel einfügen zu können, wurde die mittlere Bildtafel des manieristischen Altarbildes entfernt, welche die Erscheinung des Herrn darstellt, die Szene in der Jesus von einem der Sterndeutern auf den Knien angebetet wird. Diese Darstellung wurde dann auf der Tür des Tabernakels nachgebildet.
Am Anfang des Chorraums befindet sich der Altar, an dem gewöhnlich die Zelebration der Hl. Messe stattfindet.

10. DIE NORDKAPELLE DES QUERSCHIFFS

 

Mariä Verkündigung Auf die Ankündigung, dass sie durch die Kraft des Heiligen Geistes den "Sohn des Höchsten" gebären werde, ohne einen Mann zu erkennen, antwortete Maria im "Gehorsam des Glaubens" in der Gewißheit, dass "für Gott nichts unmöglich" ist: "Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort" (Lk 1,37-38). Indem Maria dem Worte Gottes ihre Zustimmung gab, wurde sie zur Mutter Jesu. Sie machte sich aus ganzem Herzen, ohne dass eine Sünde sie davon abgehalten hätte, den göttlichen Heilswillen zu eigen und gab sich ganz der Person und dem Werk ihres Sohnes hin, um mit der Gnade Gottes in Abhängigkeit vom Sohn und in Verbundenheit mit ihm dem Erlösungsgeheimnis zu dienen. (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 494).
Historischer Bezug Die Kapelle wurde 1587 begonnen, gehört zur königlichen Begräbnisstätte, und war für die Gräber der Söhne von Dom Manuel vorgesehen. In ihr befinden sich zwei Gemälde von Ferdinando Gomes: "Unsere liebe Frau von der Menschwerdung" und "die Geburt der Jungfrau Maria".

11. DER HOCHCHOR

 

Das Gebet "Zahlreiche Ordensleute haben ihr ganzes Leben dem Gebet geweiht. Seit der Zeit der Mönchsväter in der Wüste Ägyptens widmen Einsiedler, Mönche und Nonnen ihr Leben dem Lobpreis Gottes und der Fürbitte für sein Volk. (...) Das Gottgeweihte Leben ist eine der lebendigen Quellen der Betrachtung und des geistlichen Lebens in der Kirche. (Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 2687).
Historischer Bezug Im Hochchor überrascht uns ein wunderbares Chorgestühl aus Eichenholz, ein Kunstwerk der portugiesischen Renaissance. Von Diogo de Sarça entworfen, wurde es von dem spanischen Schnitzer Diogo de Torralva zwischen 1548-50 angefertigt. Möglicherweise hat der Flame Philip de Vries dabei mitgearbeitet. Er ist derjenige, der die monumentale Figur von Christus am Kreuz geschaffen hat, die der Infant D. Luís, der Sohn Königs D. Manuel, der Mönchsgemeinschaft des Heiligen Hieronymus im Jahre 1551 zum Geschenk gemacht.
Hier rezitierten die Mönche täglich siebenmal das vorgeschriebene Stundengebet der Kirche.

12. HEILIGER HIERONYMUS

 

Zum Schluss möchten wir Ihnen eine Kurz-Biographie des Heiligen Hieronymus vorlegen, die Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz am 7. November 2007 verlas:
Hieronymus wurde um das Jahr 347 in Stridon in einer christlichen Familie geboren, die ihm eine sorgfältige Ausbildung ermöglichte und ihn zur Vervollkommnung seiner Studien auch nach Rom schickte. Als junger Mann spürte er die Anziehungskraft des weltlichen Lebens (vgl. Ep 22,7), es überwog jedoch in ihm die Sehnsucht nach der christlichen Religion und das Interesse für sie. Um das Jahr 366 empfing er die Taufe und wandte sich dem asketischen Leben zu; er begab sich nach Aquileia und schloss sich einer Gruppe eifriger Christen an, die von ihm gleichsam als "Chor von Seligen" (Chron. ad ann. 374) bezeichnet wurde, der sich um Bischof Valerian scharte. Dann brach er in den Osten auf und lebte als Einsiedler in der Wüste von Chalkis südlich von Aleppo (vgl. Ep 14,10), wobei er sich ernsthaft den Studien widmete. Er vervollkommnete seine Griechischkenntnisse, begann mit dem Studium des Hebräischen (vgl. Ep 125,12), transkribierte Codices und Werke der Kirchenväter (vgl. Ep 5,2). Die Meditation, die Einsamkeit, der Kontakt mit dem Wort Gottes ließen seine christliche Empfindsamkeit reifen. Er fühlte stärker die quälende Last seiner Jugendsünden (vgl. Ep 22,7) und spürte eindringlich den Gegensatz zwischen heidnischer Mentalität und christlichem Leben: ein Gegensatz, der durch die dramatische und lebhafte "Vision" berühmt wurde, die er uns in einer Erzählung hinterlassen hat. In ihr schien es ihm, er würde vor dem Angesicht Gottes gegeißelt, weil er "ein Ciceronianer und kein Christ" wäre (vgl. Ep 22,30).
"Im Jahr 382 übersiedelte er nach Rom: Hier nahm ihn Papst Damasus, der seinen Ruf als Asket und seine Kompetenz als Gelehrter kannte, als Sekretär und Berater in seinen Dienst. Er ermutigte ihn, aus pastoralen und kulturellen Gründen eine neue lateinische Übersetzung der biblischen Texte in Angriff zu nehmen."
"Nach dem Tod von Papst Damasus verließ Hieronymus im Jahr 385 Rom und unternahm eine Pilgerreise, zunächst ins Heilige Land, dem stillen Zeugen des Erdenlebens Christi, dann nach Ägypten, dem Land, das viele Mönche ais Aufenthaltwählten (vgl. Contra Rufinum 3,22; Ep 108,614).
"Im Jahr 386 kam er nach Betlehem, wo dank der GroBzügigkeit der Edelfrau Paula ein Männerkloster, ein Frauenkloster sowie ein Hospiz für die Pilger, die sich ins Heilige Land begaben, errichtetwurden »im . Gedenken daran, daS Maria und Josef keine Unterkunftgefunden hatten« (Ep 108,14).
"In Betlehem blieb er bis zu sei nem Tod, wobei er weiter eine intensive Tätigkeit entfaltete: Er kommentierte das Wort Gottes; er verteidigte den Glauben, indem er sich kraftvoll verschiedenen
Häresien widersetzte; er ermahnte die Mönche zur Vollkommenheit, unterwies junge Schüler in der Klassischen und christlichen Kultur; er nahm in pastoraler Gesinnung die Pilger auf, die das Heilige Land besuchten. Er starb am 30. September 419/420 in seiner Zelle nahe der Geburtsgrotte" .
Was können wir vom hl. Hieronymus lernen? - Papst Benedikt XVI. antwortet: "Mir scheint, vor allem dies: das Wort Gottes in der Heiligen Schrift zu lieben. Der hl. Hieronymus sagt: "Die Heilige Schrift nicht zu kennen heißt, Christus nicht zu kennen." Es ist deshalb wichtig, dass jeder Christ in Berührung und in persönlichem Dialog mit dem Wort Gottes lebt, das uns in der Heiligen Schrift geschenkt ist."
Das Leben des Heiligen Hieronymus inspirierte die Eremiten-Bewegung verschiedener Ordensfamilien, die im XIV. Jh. in Italien aufbrach. Die Mönche des Hieronymus-Ordens wählten ein weißes Ordensgewand, über das sie ein braunes Skapulier tragen. Sie leben nach der Regel des Heiligen Augustinus und widmen sich der Meditation und dem Studium.
Heutzutage bestehen in Spanien zwei Gemeinschaften von Hieronymus Mönchen, eine in Santa Maria dei Parral (Segóvia), (Kontakt im Internet: http://www3.planalfa.es/msmparral/parral/fondo.htm) und eine anderere in S. Jerónimo de Yuste (Cáceres). Es existieren auch mehrere Klöster mit hieronymus Nonnen und zwei weibliche Gemeinden: «Jerónimas de la Adorácion» und «Jerónimas de Puebla».


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